Transparenz staatlichen Handelns ist ein hohes Gut. Bürger müssen nachvollziehen können, wie politische Entscheidungen entstehen, wie Verwaltung arbeitet und wo möglicherweise Fehler gemacht werden. Deshalb ist für mich klar: Ein moderner Staat darf sich nicht abschotten.
Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass Informationsanfragen in der Verwaltung zum Teil erheblichen Aufwand verursachen. Personal wird gebunden, Bearbeitungszeiten verlängern sich und am Ende entstehen Kosten, die ebenfalls von der Allgemeinheit getragen werden. Viele Bürger erwarten zu Recht, dass Verwaltung effizienter wird, Bürokratie abgebaut wird und Behörden sich stärker auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können.
Deshalb halte ich es grundsätzlich für richtig, beim Informationsfreiheitsgesetz eine bessere Balance zu finden. Missbräuchliche, unverhältnismäßig aufwendige oder strategisch eingesetzte Anfragen dürfen den Staat nicht lahmlegen. Gleichzeitig darf eine Reform aber keinesfalls dazu führen, dass Bürger mit berechtigtem Interesse faktisch vom Informationszugang ausgeschlossen werden.
Für mich ist entscheidend: Transparenz muss erhalten bleiben. Gebühren dürfen nicht abschreckend wirken. Schwärzungen dürfen nicht dazu führen, dass Informationsfreiheit ausgehöhlt wird. Und wer ein berechtigtes Interesse hat, muss auch künftig Zugang zu staatlichen Informationen bekommen können.
Die Debatte wird jetzt im parlamentarischen Verfahren sorgfältig geführt werden müssen. Dort kommt es darauf an, die richtige Linie zu finden: weniger Missbrauch, weniger unnötiger Verwaltungsaufwand, aber weiterhin echte Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit.
Auch künftig bleiben zudem verschiedene Auskunftsrechte bestehen, etwa nach dem Umweltinformationsgesetz, dem Verbraucherinformationsgesetz, der Datenschutz-Grundverordnung oder besonderen fachgesetzlichen Regelungen. Und selbstverständlich können sich Bürger, Journalisten, Verbände und Unternehmen weiterhin direkt an Behörden oder an ihre Abgeordneten wenden.
Mein Maßstab ist klar: Der Staat muss transparent bleiben, aber er muss auch arbeitsfähig bleiben. Genau diese Balance gilt es nun sauber gesetzlich auszugestalten.